04Journalismus

Wir benötigen unzensierte, vielfältige und vertrauenswürdige Medien, um gut informiert Entscheidungen zu treffen und vollständig am öffentlichen Leben teilzuhaben.

Meinungsfreiheit und gute Regierungsführung

“Dem Volk den Mund zu stopfen ist schlimmer als einen Fluss zu verstopfen,” sagt Fürst Sao zu König Li von Sou, laut dem Chinesischen Diskurs der Staaten aus dem vierten Jahrhundert vor Christi. “Sag ihm die Wahrheit, selbst wenn diese ihn beleidigt,” mahnen die Analekten des Konfuzius [14:22]. Die autonome mittelalterliche Russische Republik Nowgorod verfügte über einen Regierungsrat, die Wetsche, dessen Bezeichnung von der Slawischen Wurzel des Wortes für “Sprache” abstammte, so wie der Begriff “Parlament” vom französischen Wort “parler” für sprechen abgeleitet ist. Die Idee, dass gute Regierung(sführung) nicht ohne freie und unerschrockene Rede auskommt, ist in vielen Zivilisationen und Ländern weit verbreitet.

Es waren allerdings die Bürger des kleinen Griechischen Stadtstaates Athen, welche vor etwa 2500 Jahren erstmals die Meinungsfreiheit mit der revolutionären Idee verbanden, sich selbst zu regieren. Dies nannten sie Demokratie, was auf Griechisch soviel bedeutet wie “Regierung des Volkes” (demos = volk + kratos = Herrschaft). In der Praxis traf man sich an einem Versammlungsort, wo dann ein Herold ausrief: “Wer möchte vor der Versammlung sprechen?” Daraufhin konnte jeder freie männliche Bürger Athens aufstehen, sprechen und Vorschläge zur Politik machen. Durchschnittlich nahmen etwa 8.000 der 30.000 freien Männer des Stadtstaats an solchen Versammlungen teil.

Ja, nur Männer waren dazu berechtigt. Frauen und Unfreie mussten noch einige Jahrtausende zu warten. Bezüglich zweier wichtiger Ideen waren die Athener dennoch Pioniere. Diese waren ihnen als parrhesia and isegoria bekannt. Mit parrhesia – abgeleitet von pan-rhesia, die Möglichkeit, alles zu sagen – meinten sie, dass Menschen die Möglichkeit gegeben sein müsse, frei, furchtlos und laut zu sagen was sie für wahr hielten. Isegoria bedeutete, dass jeder das gleiche Recht besaß seine Meinung zu äußern und angehört zu werden. Diese beiden Ideen, welche inzwischen auf alle Frauen und Männer ausgeweitet worden sind, gelten bis heute als elementare Bestandteile der Meinungsfreiheit.

Was sind Medien?

An manchen Orten können wir offen und direkt miteinander kommunizieren: in der Nachbarschaft, im Dorf, in der Schule oder bei Versammlungen an der Universität. Die meisten Gemeinschaften, ganz zu schweigen von unseren Staaten, sind allerdings viel zu groß für solch direkte Kommunikation. Deswegen bedienen wir uns der Medien, deren Rolle es ist zu vermitteln und unsere Verständigung miteinander zu strukturieren.

Während der mehr als fünfhundert Jahre seit der Erfindung der Druckmaschine durch Johannes Gutenberg in Deutschland im 15. Jahrhundert waren damit hauptsächlich gedruckte Worte und Bilder gemeint: Bücher, Flugblätter, Pamphlete oder Zeitungen. Tatsächlich zieht der erste Zusatzartikel zur Verfassung der USA aus dem Jahr 1791 den Hut vor Gutenbergs Erfindung. Er lautet: “Der Kongress soll kein Gesetz verabschieden… welches die Rede- oder Pressefreiheit einschränkt.” Im vergangenen Jahrhundert erreichten Radio und Fernsehen eine weitaus größere Öffentlichkeit. Die Männer und Frauen, deren Aufgabe es war in diesen Medien zu publizieren, nannte man Journalisten.

Heutzutage kann jeder, der Zugang zum Internet oder zu einem Mobiltelefon hat Worte, Bilder, Informationen und Ideen verbreiten. Insofern können wir alle Journalisten und Publizisten sein. In letzter Zeit waren es oft Mikroblogger und andere Nutzer sozialer Netzwerke, welche uns mit Nachrichten über die Erdbeben in China oder in der Türkei versorgten. Ein George-Polk-Preis, eine der wichtigsten Auszeichnungen für Journalisten, wurde anonym für die Aufnahme des vierzig Sekunden langen Videos des Todes der Iranischen Demonstrantin Neda Aghan-Soltan verliehen – als Tribut an den unbekannten Bürgerjournalisten.

Viel mehr als noch vor dreißig Jahren haben heutzutage die meisten Menschen Zugang zu diesen Inhalten. Damals verließen sich die meisten Bürger der Industrieländer auf eine einzige Tageszeitung und einige wenige Radio- und Fernsehsender, um ihre Nachrichten (und zum Teil ihre Meinungen) zu beziehen. Wer dagegen heute vollen Zugang zum unzensierten Internet hat, der ist nur einen Mausklick von Tausenden von Quellen, Magazinen und Kanälen entfernt – wie zum Beispiel von den Seiten Livestation (Englisch und Arabisch), Current TV (Englisch), LiveJournal und TvTube (verschiedene Sprachen).

Wie vielfältig ist die Medienlandschaft bei Euch? 

Der absolute Medienüberfluss, und die schiere Anzahl von Menschen, denen dieser Überfluss eine Stimme gibt, verschafft uns allen eine nie dagewesene Meinungsfreiheit – auch und gerade für politische Meinungen. Jedoch sind wir noch weit davon entfernt, diese neuen Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Letztendlich sind die meisten Menschen weltweit noch immer an die wenigen Medien gebunden, die sie regelmäßig nutzen, auch und gerade weil die großen Fernsehsender in den meisten Ländern das Programm festlegen. Staatliche und private Mächte bestimmen und begrenzen, was wir uns einander mitteilen und was wir empfangen können – seien es Regierungen, Medienkonzerne, die Ayatollahs im Iran, Silvio Berlusconi in Italien oder Rupert Murdoch in Großbritannien.

Noch viel bedenklicher ist, dass vielerorts Journalisten (und Bürgerjournalisten) mit Zensur, Unterdrückung, Verfolgung und sogar Mord bedroht werden, nur weil sie die “Wahrheit in den Fakten” suchen (nach dem alten chinesischen Sprichwort) und dann diese Wahrheit im Angesicht der Mächtigen aussprechen.

Europäische Forscher haben ein Programm entwickelt, dass die Offenheit und Vielfältigkeit der Medien eines jeden Landes messen kann. Sie unterscheiden dabei sechs Aspekte dessen, was sie “Medienpluralimus” nennen. Einer dieser Aspekte ist zum Beispiel, in wie weit die Medien des Landes im Besitz und/oder unter der Kontrolle einiger weniger Akteure wie der Regierung, Medienbaronen oder Konzernen sind, so wie es beispielsweise in Mexiko der Fall ist, wo Televisa und Azteca den Fernsehmarkt fast unter sich alleine aufteilen. Ein weiterer Aspekt ist, ob allen ethnischen, religiösen und anderssprachigen Gruppen eines Landes von den Medien Raum geboten wird. (Die Antwort ist hier in fast allen Ländern ein klares “Nein”.) Und nun kann man auch gleich noch einen Schritt weiter gehen und sich fragen: Warum gilt dies eigentlich nur für  Gruppen innerhalb eines Landes? Was ist mit den Nachrichten und Weltanschauungen des Rests der vernetzten Weltbevölkerung?

Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Medienpluralismus ist der politische Pluralismus. Werden die Medien zu sehr von einer Partei, Weltanschauung oder Interessengruppe dominiert? Ist kein Fernsehsender mehr neutral? Und ist dies ein Problem, solange jede Weltanschauung von mindestens einem öffentlich zugänglichen Medienportal vertreten wird? “Fair und ausgeglichen”: so lautet das Motto von Rupert Murdochs US-amerikanischem Nachrichtensender Fox News – doch in der Realität ist dieser Sender weder fair noch ausgeglichen. Kann man dies hinnehmen, solange es andere Sender gibt, die andere Weltanschauungen genauso einseitig vertreten und somit die Medienlandschaft ausgleichen?

Oder sollte unser Ziel die “Unparteilichkeit” sein? Unparteilichkeit bedeutet nicht wissenschaftliche Objektivität – denn diese ist im Umgang von Menschen miteinander oft nicht möglich. Unparteilichkeit bedeutet, dass versucht wird, (a) Fakten von Meinungen, und Nachrichten von Meinungsäußerungen, strikt zu trennen, und (b) überall, das heißt auf jedem Fernsehkanal, in jedem Magazin und auf jeder Internetseite, den Ansichten aller Teile der Gesellschaft Raum zu bieten.

Regulierung und Selbstregulierung

Selbst unter etablierten Demokratien existiert nicht ein “richtiger” Weg zum Ziel, denn jede Demokratie muss abwägen, ob sie auf Regulierung durch den Staat, die Gerichte, unabhängige Behörden, den freien Markt oder die Gesellschaft vertraut. Großbritannien, zum Beispiel, hat bisher darauf vertraut, dass sich Printmedien selbst regulieren, während gleichzeitig eine Behörde (das “Office of Communications”, abgekürzt Ofcom) für die Regulierung von Funk und Fernsehen zuständig ist. Ein Mitarbeiter von Ofcom, der jahrelang an der Regulierung britischer Medien beteiligt war, kommentierte einmal: “Jeder Besuch in den USA erinnerte mich daran, dass das US-Äquivalent zu Ofcom, die Federal Communications Commission, für die Verletzung der Meinungsfreiheit vor Gericht landen würde, falls sie jemals den gleichen Standard der Unparteilichkeit verlangte wie Ofcom. Was britische Gesetze verlangen, ist nach amerikanischem Recht verboten.”

In Indien wird eine lebhafte Debatte darüber geführt, ob Selbstregulierung für die notorisch ungebändigte und impulsive Presse des Landes ausreicht. Der Vorsitzende des nationalen Presserates bezichtigt die Medien des Landes als „anti-people” zu agieren, als Medium, dass sich gegen das Volk richtet. Sogar der Chefredakteur der Zeitung The Hindu, N Ram, fordert: „Wir brauchen eine Art von Disziplinargewalt. Selbstregulierung alleine funktioniert nicht.“

Jedes Land regelt seine Angelegenheiten anders, und wie jedes Land dies tut, ändert sich im Laufe der Zeit. Es gibt keine einzige, universell „richtige“ Methode. Wichtig ist im Endeffekt das Resultat: eine offene, und vielfältige Medienlandschaft. Deswegen müssen wir, das Volk, die Medien die unser Land prägen konstant hinterfragen, und mehr Offenheit, Vielfalt, Repräsentativität, Genauigkeit, Substanz und Mut fordern.

Jetzt sind wir alle Journalisten

Heutzutage sind wir nicht nur gefragt, offenere, vielfältigere, und bessere Medien einzufordern, wir können diese auch selbst gestalten. Deswegen lautet unser Prinzip: „Wir benötigen und gestalten… Wenn Ihr eine Zeitschrift auf dem Markt vermisst, startet Eure eigene. Keine Frage, dazu findet man im Internet viel utopischen Unsinn, denn die meisten Leute, die bloggen, tweeten oder anderweitig durch das Internet „sprechen“, bleiben einsame Stimmen in einem unüberschaubaren Turm von Babel. Die große Masse des Geschriebenen erreicht nur sehr wenige und gleichzeitig erreichen nur eine Handvoll Schreiber die Massen.

Es gibt jedoch genügend individuelle Initiativen, die erfolgreich an ein breites Publikum appellieren, wie es nur im Zeitalter des Internets möglich ist. Hier sind einige Beispiele: die erstaunlichen OhmyNews in Südkorea, die fast ausschließlich von Bürgerjournalisten geschrieben werden; die Facebook-Seite “We are all Khaled Said” von Wael Ghonim, die die ägyptischen Proteste ankurbelte und dazu beitrug, Hosni Mubarak zu stürzen; der Drudge Report in den USA; der chinesische Blogger Han Han; und russische Blogger wie Alexei Navalny, die dazu beitragen, Korruption auf höchster Ebene aufzudecken.

Wenn Ihr weitere gute Beispielen kennt, bitte fügt diese – mit einer kurzen Erklärung warum sie auf die „Wir gestalten“-Liste gehören – hier hinzu.

Gegen Filterblasen und Gruppendenken

Eine offene und vielfältige Medienlandschaft muss aber noch auf eine weitere Art und Weise geschützt werden. Mittlerweile mehren sich die Belege dafür, dass das Internet falsche, verzerrte Versionen der Realität verstärken kann. So kann jemand, der geneigt ist zu glauben, dass Che Guevara noch lebt oder dass Edamer Käse Krebs verursacht, im Internet problemlos 937 Gleichgesinnte finden. Indem sich solche Personen, nach Cass Sunstein, in einem „Informations-Kokon“ einschließen, ver- und bestärken sie gegenseitig ihre falsche und manchmal giftige Weltanschauung in einer Abwärtsspirale von Online-Gruppendenken .

Manche sind der Auffassung, dass dieser Trend durch die zunehmende Individualisierung und Personalisierung von Suchmaschinen, Webseiten und mobilen Anwendungen verstärkt wird. Dies wurde durch den zweischneidigen Wunsch der Internetunternehmen angestoßen, dem Kunden auf der einen Seite personalisierte Dienstleistungen anzubieten, und diese auf der anderen Seite besser an zahlende Werber zu vermitteln. Wenn wir uns alle in unserer eigenen kleinen Filter-Blase bewegen, in der „Daily Me“, kann es keine gemeinsame Öffentlichkeit mehr geben. Im Gegensatz zu einem gemeinsamen Austausch von Fakten und Meinungen, in einer großartigen, globalen Version der „Agora“, werden wir in unseren individuellen, tragbaren Kabinen rumsitzen und den Dampf der Gleichgesinnten einatmen.

Darin besteht eine Gefahr, aber es gibt keinen Grund zur Verzweiflung. Wir sind keine atomisierten, passiven Objekte einer unwiderstehlichen Kraft namens „die Medien.“ Wir können uns und unseren Kindern Medien- und Internetkompetenz beibringen, damit diese mit verschiedenen Medien bewusst und durchdacht umgehen können. Wir können jene Online-Publikationen, Aggregatoren und Seiten für intelligente Speicherung und Verwaltung vor virtuellen Gütern unterstützen, die den Filter-Effekten des Internets entgegenwirken, indem sie ein breite Palette unterschiedlicher Ansichten anbieten. Wie können Angebote wie FactCheck.org, das Fakten von Scheinwahrheiten trennt, kultivieren. Wir können auch daran arbeiten, die Qualität von Wikipedia noch weiter zu Verbessern.

Schließlich und endlich haben wir in unserer post-Gutenberg’schen Gesellschaft nie zuvor dagewesene Möglichkeiten, jene offene und vielfältige Medienlandschaft zu schaffen, die wir benötigen.


Kommentare (16)

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  1. Dick,

    You claim that „it is not … permitted to criticise Muslim immigration and Islam“. You „demand that anyone who wants to say that [Islam is incompatible with Western democracy] be able to do so, and feel no compulsion to be silent“. You „think people should be entitled to say what they believe about Islam“. I don’t understand what you mean.

    Who is stopping you from speaking your mind? Your views are right here, out in the open.

    Views very much like yours are all over the mainstream media. They are also being articulated by influential and widely-read bloggers. Just look here [http://bit.ly/VthfKR], here [http://bit.ly/18ocQxU], here[http://bit.ly/18m1J8u], here[http://bit.ly/10UkffD], here[http://bit.ly/124TpZH], here[http://bit.ly/16dH6f1], or here[http://dailym.ai/132KhBn] – all circulating widely just in the last few days.

    How can you say that people are prevented from reading and writing such things when they and you are saying and writing them every day? Do you feel that what is being published does not go far enough? If that’s the case, look at the comment threads (if you can read German, you will particularly like this [http://bit.ly/NQftA5]), or Twitter, or Reddit, or Youtube. Legions of users post violently anti-Muslim statements there, which get likes and upvotes. Sometimes one or two people are arrested and later released without consequences if they are deemed to incite hatred or violence, for which they have to go much further than you do in your post; the cases your link referred to involved direct threats. Why should those be legal?

    Views similar to yours are also represented by politicians in the UK [http://bit.ly/1aizioB], the Netherlands [http://bit.ly/10HcmLs], Germany [http://bit.ly/16yAkzd], France [http://bit.ly/112jXn0], Austria [http://bit.ly/188rzwM] & Switzerland [http://bit.ly/16oRl07] & Italy [http://on.ft.com/13YvwRh] (where these parties were or are in government), Denmark [http://bit.ly/10zF4kN], the US [http://bit.ly/19lJcrS] and, I believe, your own country, Finland.

    Many political parties cater to the „I’m not racist but…“ and „We can’t even say/do what we want anymore“ crowds; they have plenty of politicians who warn that „sharia law“ will be imposed on their countries if they do not protect western liberal democracy against ‚Islam‘, including by deporting fellow citizens they disagree with. And gain, if the likes of Farage and Le Pen do not go far enough for your taste, there are even more radical parties in most of these countries, who in some cases receive state funding and in all cases enjoy the same police protection as everyone else when they want to voice their opinions.

    You seem to think your views are being censored by the police, political correctness and/or a liberal bias in the news media. I just don’t see any evidence that that’s the case. There is absolutely no shortage of anti-Muslim sentiment in our public discourse. On the contrary, people espousing such sentiments have been allowed to inject their poison into the veins of most western body politics, clouding the judgement of policy-makers and an often ill-informed public, so that bearded men and veiled women and conservative Muslims are now widely perceived as ‚Islamists‘, ‚radicals‘ and/or ‚oppressed women‘, and many in the west have been convinced that ’sharia law‘ is the devil incarnate, and ‚jihad‘ some global plot hatched in the 7th century to kill all infidels. (Evidence here [http://bit.ly/ZdZQpa] and here [http://bit.ly/ZsVNI6].)

    So why do you say that people like you are being silenced when you clearly have a platform in the media, on the internet, on the street and in politics? It must be because, beyond the crowd in your own echo-chamber, you have no audience. Despite everything, not many people agree with views as extreme as yours, even though more and more agree with a diluted version of your views because of the platform given to anti-Muslim rhetoric in the media and online. 

    What’s more, most people probably dislike you rather instinctively. Starting a post with I’m-not-racist-but doesn’t help; nor does calling 2 billion people „naive“, or 12 million fellow citizens „enemies in our midst“. Maybe a bit of civility would do the trick, Dick? You may think you are being censored, but in reality you are just being ostracised by the majority who disagree with your weak arguments and/or your vicious rhetoric.

    All your claims rest on the assumption that you can extrapolate from the ‚Islam‘ of criminals like Michael Adebolajo and Anjem Choudary to the faith(s) of billions of people living all over the world and throughout history. You assume that what hate preachers say and governments do under the banner of religion is the one and only interpretation of a kaleidoscopic and fluent faith and centuries of practice, law and scripture. Yet you only apply this twisted reasoning to Islam.

    If you applied your logic to Christianity, you would have to conclude that ‚Christians‘ (i.e. everyone from 21st-century Quakers to 12th-century crusaders and Jesus himself) are and always were like Anders Breivik and Terry Jones; that they are and were and will always be evil because some (democratic!) majority-Christian countries have barbarous criminal justice systems (including the death penalty, extrajudicial assassinations and torture); that Christianity is inherently racist and homophobic and misogynistic because it was and is used by many of its followers to justify slavery and resist movements for equality to this day; and that many Christians want to remove the liberal democracy that is incompatible with their faith, and replace it with Biblical law.

    Those who really care about their faith, in my personal experience, care about all of it, especially the bits that ask them to do what they don’t want to do. Those who abuse religion to justify their crimes always seem to care about nothing but „an eye for an eye“ and the randomly picked and decontextualised quotes that give them an excuse for what they want to do for reasons unrelated to religion. So what’s the point of lumping them all together and condemning the many for the actions of the few? Condemning all members of an arbitrarily and loosely defined group for the actions of some of its ‚members‘ is either nonsensical or bigotted. But if you are going to engage in such generalisations, you will have to at least hold everyone to the same absurd standard, or people will put labels on you that you do not seem to want to carry. You can’t insist on your right to call something you think is a spade a spade but deny others the right to do the same.

  2. I agree with ‚we speak openly about all kinds of human difference‘, but the problem comes with defining ‚with civility‘, because that is the point where certain groups will want to take offence at certain inconvenient truths, for instance that Islam is not a religion of peace and brotherly love.

  3. I am against racism, and I have nothing against any religion other than Islam. I think people should be entitled to say what they believe about Islam and the very real actions caused by Islam. Many people have had enough of the politically correct discourse that Islam is a religion of peace, etc etc, but are afraid to say so because they would immediately be labelled Islamophobes. Due to our tolerance, the non-Muslim inhabitants of Western countries are allowing ourselves to be steamrollered by Muslims and their increasingly intrusive demands – sharia law, changes in our foreign policy, etc. It seems to me that they are enemies in our midst and not loyal citizens. Islam is simply incompatible with Western democracy, and I demand that anyone who wants to say that be able to do so, and feel no compulsion to be silent about this most pressing of issues.

  4. Some discussions about human difference cannot be civilly discussed; for example, racism should never be allowed.

  5. My opinion is that such kind of speech and expression of thoughts, jokes, etc. connected with immutable characteristics of people, shouldn’t be limited by law and society: it should be up to every person, what should he/she say and what shouldn’t. Up to his/her mind and conscience. Until it harms person.

  6. Freie Meinungsäußerung ist wichtig, solange der Redner dabei nicht die Recht e anderer Menschen beschneidet oder andere Lebewesen diskriminiert.

  7. A very interesting and controversial article posted by Janet Haney – Kenen Malik on multiculturalism. He suggests that we can either pledge equality of cultures or equality of people, but not both. Thanks Janet 🙂 !
    http://www.kenanmalik.com/lectures/multiculturalism_if.html

    • *Kenan thus represents the Enlightened universalist extreme. Maybe we can use this as an angle here for future comments.

  8. I disagree with most of the statements made in this article for one reason. All of the arguments made above are valid and work only if one assumes that a human is a rational and educated creature who will inform him or herself before making a decision or forming an opinion. That however is not true, and sadly enough many of us all fall under pressure by our envirnment and propaganda. These so called insults which one directs towards others under the excuse of freedom of speech are messages of hate. They in themselves want to hurt others and limit the freedom, human rights and the freedom of expression of a particular group. Therefore limiting the „freedom“ in the „freedom of speech“ is ironically an important part of achieving a more tolerant and civil society.
    Moreover, I completely disagree with the comment made about the Indian Penal Code. The history of the law is completely irrelevant. True, it might have been originally written for a different purpose but it doesn’t mean that it always has to be used just for that same purpose. If freedom of expression was once used as an excuse to limit the rights of colonized citizens, it does not mean that it now should be abolished because of its dirty history. In fact, as the author has stated it himself, there is huge room for interpretation in the issue of free speech, therefore this same law can be used in more noble ways.

  9. As a general principle I definitely agree that free speech should be a universal right. Contentwise, however, there should be restrictions.
    Considering the fact that communication occurs between two subjects, the sender and the recipient, both subject’s values matter in the process. The tricky part in the proposed principle therefore is ‚civility‘.
    Civility itself restricts free speech. I think most people agree that the publication of the Muhammad cartoons were not an act of particular civility, because it offended the religious / moral values of the recipient group.
    How can we thus find the balance between the universal right to free speech and non-universal values of sender / recipients?

    • Hello Annemarie. I saw the Danish Cartoons for the first time this week. They were not shown in UK when the furore first broke out, and I didn’t think about them much again until recently (it was the DV8 dance event – Can We Talk About This? – that brought them back to mind, something I saw in London a few weeks ago). I would be disappointed if ‚most people‘ agree that their publication was ’not an act of particular civility‘. But I would not be surprised that people had been frightened into saying such a thing after the alarming response of the murderous threats at the time. Remember – the cartoonist was threatened with a violent death: http://www.guardian.co.uk/world/2010/jan/04/danish-cartoonist-axe-attack

      • Hi Janet, apologies for my late response. I hadn’t seen on my account that you commented on my post.
        I just had an argument with a girl studying Human Rights at LSE. In summary, she clearly argued that if she was a cartoonist, she would never (!) publish something which would so obviously assault a certain group. Would you do so? Why do you think that this case was not ’not an act of particular civility‘?

  10. Excellent piece! I agree with almost all of the points made here.

    My only worry associated with this proposed „civil“ and courteous free speech is the remarkable ability of the same spoken language to be simultaneously civil and uncivil to different audiences. Accounting for a gradient of such differences in perception, I wonder if the final test of civility in tricky situations will indeed be the lack of violence/ violent overtures. And if that is the case, it may as well be codified as such in law!

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Das Projekt „Debatte zur Meinungsfreiheit“ ist ein Forschungsprojekt des Dahrendorf Programme for the Study of Freedom am St Antony's College an der Universität von Oxford.

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